Rückblick Aufführung 8. Klass-Stück - Linie 1
Haste mal ´ne Mark?
Die Klasse 8 unserer Schule hat am Wochenende vom 23. bis 25. Mai das Musical „Linie 1“ aufgeführt – ein Stück, das vom berühmten Grips-Theater Berlin ins Leben gerufen wurde und auf eine fast 40-jährige Bühnengeschichte zurückblicken kann. Noch heute begeistert dieses spannende Musical Menschen auf der ganzen Welt. Im Rahmen des Achtklassstücks wurde es nun auch von unseren jungen Talenten zum Leben erweckt. Unterstützt wurden die Schüler*innen dabei von den Musiker*innen des Freien Musical Ensembles Münster, die mit Piano, Saxofon, Bass, Gitarre und Drums musikalisch wahre Magie erschufen – ein echtes Highlight, das die Herzen berührte. Die aufregende Zeit der Proben war für unsere Schüler*innen eine außergewöhnliche Reise voller Herausforderungen, aber auch unvergesslicher Momente. Es war eine Phase, in der sie immer wieder vor neue Aufgaben gestellt wurden, doch genau das hat sie stärker gemacht, ihren Mut geweckt und ihnen gezeigt, wie kraftvoll Teamgeist sein kann. Diese Erfahrungen, geprägt von Zusammenhalt und Durchhaltevermögen, werden ihnen ein Leben lang im Herzen bleiben. Es ist dieses Gefühl der Gemeinschaft, das sie durch alle Höhen und Tiefen getragen hat, und am Ende konnten sie stolz auf ihr wunderschönes Ergebnis blicken – ein Beweis für ihren Mut, ihre Leidenschaft und ihren unerschütterlichen Glauben an sich selbst.
Ein großer Dank geht an Elke Schönfeld-Terhaar und Erik Lohmar, die maßgeblich zum Erfolg des Musicals beigetragen haben, sowie an die 7. Klasse, die für das leibliche Wohl während der 3 öffentlichen Vorstellungen gesorgt hat.
Annette Langehaneberg und Jana Breitzke
(Elternvertreterinnen)
Linie 1
Berlin 1986, Mauerstadt, Frontstadt, eine wilde, bunte Insel der unbegrenzten Möglichkeiten, mitten in der damaligen DDR. Hausbesetzer, Punks, ehemalige Nazis, Obdachlose, Straßenkinder, genauso wie normale Bürger, Arbeiter, Angestellte, Rentner und reich gewordene Geschäftsleute, alle sind sie auf der Suche nach ihrem eigenen, kleinen Glück, und das im Dschungel der U-Bahn, zwischen Kreuzberg und Bahnhof Zoo.
Aus diesem farbenfrohen Panoptikum menschlicher Existenzen hat das Berliner Grips-Theater ein mittlerweile kultisches Rockmusical geschaffen, „Linie 1“, erstmals aufgeführt 1986, und seitdem immer wieder dort gespielt.
Es entwickelte sich zum größten Erfolg des Grips-Theaters, und wurde auf zahlreichen Bühnen in Deutschland und auch im Ausland gespielt, selbst in Südkorea feierte es Erfolge. Einige Songs aus dem Musical – beispielsweise das wunderschöne „Hey du“ – haben ihren festen Platz im Repertoire deutschsprachiger Rockmusik.
Die Achtziger Jahre – das beste Jahrzehnt für heranwachsende Jugendliche, welches man sich vorstellen kann – feiert immer wieder Revivals, und das zu Recht. Eingezwängt in die ständigen Bedrohungen durch den Kalten Krieg, Umweltzerstörung, Tschernobyl und die Hitparade, gab es trotzdem kaum Grenzen für eine wilde, nach außen kalt wirkende, aber eigentlich nach Leben gierende Generation. Dieses Gefühl haben Volker Ludwig und Birger Heymann, die beiden Macher mit ihrem temporeichem Rockmusical so wunderbar eingefangen und wiedergegeben, dass es sich für ein Theaterstück einer Achten Klasse einer Waldorfschule geradezu aufdrängt. Denn wo sonst, wenn nicht dort haben, Schüler und Schülerinnen diese Freiheit, sich mit all ihren Sinnen und Möglichkeiten auf das Leben vorzubereiten. Also, Fahr’ mal wieder U-Bahn!
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