07.04.2022

Für einige Schüler*innen nahen die Prüfungen und das Schulende

Zum 30. Mal wird es ernst. Das Abitur (von lateinisch abire: davongehen), also die Erlangung der allgemeinen Hochschulreife, konnte erstmals 1993, also knapp 10 Jahre nach der Schulgründung am 22. August 1983, an unserer Schule absolviert werden.

In der Zeit vom 24. - 30. April 1993 schrieben die ersten sechs Schüler*innen der Freien Waldorfschule in Münster ihre schriftlichen Abiturarbeiten. Für die Bearbeitung der Themen standen ihnen in den beiden damaligen Leistungskursen (Deutsch & Geschichte) 5 Zeitstunden und für die beiden Grundkurse (Englisch & Mathematik) 3 Zeitstunden zur Verfügung. Die erste Abiturklausur wurde damals übrigens - heute fast undenkbar - an einem Samstag geschrieben.

In diesem Jahr werden die vier schriftlichen Abiturarbeiten von den neunzehn Schüler*innen der diesjährigen 13. Klasse im Zeitraum vom 27. April bis zum o6. Mai geschrieben. Die beiden Leistungskurse und ein Grundkurs werden im Rahmen des Zentralabiturs in NRW geprüft und die vierte schriftliche Prüfung findet dezentral statt. Die ersten Zentralabiturprüfungen sind übrigens an unserer Schule im Frühjahr 2oo8 gemeistert worden.

Nach den mündlichen Prüfungen am 14. und 15. Juni, bei denen die Schüler*innen - wie auch schon 1993 - in den Fächern Biologie und Russisch ihr Können unter Beweis stellen müssen, werden sie am 25. Juni feierlich entlassen.

Seit 13 Jahre naht das Schulende (leider) zum Teil schon früher

Den mittleren Schulabschluss, die so genannte Fachoberschulreife, bekamen die Schüler*innen unsere Schule früher erst nach der 12. Klasse. Der Oberstufenlehrplan der Waldorfschulen ist nämlich auf die Entwicklung des Jugendalters gemäß der Menschenkunde von Rudolf Steiner ausgerichtet. Daher ist der Waldorflehrplan eigentlich auf zwölf Schuljahre ausgelegt. In der 12. Klasse soll eigentlich zur Reife kommen, was in den vorangegangenen Jahren angelegt worden ist.

An unserer Schule findet deshalb nicht nur weiterhin der waldorfspezifische Epochen- und Fachunterricht statt, sondern die Zwölftklässer*innen legen auch einen eigenen Waldorfabschluss ab. Dessen vier Bestandteile sind bisher ein selbst inszeniertes Theaterstück als abendfüllendes Klassenspiel, ein Künstlerischer Abschluss mit einem Programm aus Einzel- und Gruppenbeiträgen in den Bereichen Eurythmie, Musik, Tanz usw., eine individuelle Jahresarbeit und eine gemeinsame Kulturfahrt in den russischsprachigen Raum.

Erst ab dem Frühjahr 2oo9 nehmen die Elftklässler*innen an den Waldorfschulen in NRW an den zentralen Prüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik teil, die für die Regelschulen schon 2 Jahre früher eingeführt worden sind.

Die landesweiten schriftlichen Prüfungen sind in diesem Jahr für den 11., 13. & 17. Mai angesetzt. Die feierliche Entlassung der Schüler*innen, die unser Schule nach der 11. Klasse verlassen werden, findet dann am 24. Juni statt.

 

Eugen Schilling

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