Eine erste Information für Eltern
Die Brückenklasse an der Freien Waldorfschule in Münster
Für welche Kinder ist die Brückenklasse in Münster gedacht?
Die Brückenklasse ist ein Teil der binnendifferenzierten Eingangsstufe der Freien Waldorfschule in Münster. Das Alter der Kinder in der Brückenklasse beträgt im Durchschnitt 6 bis 7 Jahre. Die Kinder sind in der Regel schulpflichtig.
Was ist das Besondere am Konzept der Brückenklasse an der FWS Münster?
Das Besondere ist, dass die Kinder weiterhin elementare Erlebnisse und Erfahrungen beim Spielen, Arbeiten und draußen in der Natur, diesmal aber im Gegensatz zum Kindergarten in altershomogener, kleiner Lerngruppe (etwa 15 Schüler) sammeln dürfen.
Wir bereiten uns auf das formale Rechnen, Schreiben und Lesen lernen in der Großklasse vor- aber nicht indem wir es schon tun. Die Brückenklasse ist nämlich für Kinder gedacht, die zwar schon schulpflichtig sind, denen wir aber eine Brücke vom Kindergarten in das Schulleben bauen möchten.
Durch die tägliche künstlerische, praktische und rhythmische Arbeit werden die Kinder in ihrer Fein- und Grobmotorik gefördert. Wir üben uns auch im gemeinsamen Tun oder im stillen Zuhören.
Bei den Festen schließen wir uns entweder der Schulgemeinschaft oder dem Kindergarten an. Je nachdem, welche Form für die Kinder am passendsten ist. So entsteht eine Brücke für die Kinder vom Kindergarten zum Schulalltag. Wir haben aber auch unsere eigenen Projekte und Ausflüge.
Wie sieht der Alltag für die Kinder in der Brückenklasse aus?
Der Unterrichtsbeginn ist 8.00 Uhr, der Schulmorgen endet um 12.00 Uhr. Danach besteht die Möglichkeit das Angebot der Offenen Ganztagsschule (OGS) zu nutzen. [Vgl. Sie den extra Flyer zur OGS bzw. die Informationen über die OGS]
Der Morgen beginnt für die Kinder mit einer Zeit des Ankommens, dann Sammeln wir uns im Morgenkreis. Hier beginnt die grobmotorische und künstlerische Arbeit. Die Kinder erarbeiten jahreszeitliche Gedichte und Lieder oder es wird der Tag mit einem Reigen begonnen, passend zu den entsprechenden Jahresfesten. In der Zeit des Morgenkreises erüben wir dazu spielerisch Aufgaben/Lernspiele zur Grobmotorik.
Nach dem Morgenkreis besteht für die Kinder das Angebot zum Freien Spiel, oder zur Mithilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, wie z. B. bei der Zubereitung der Frühstücksmahlzeit. Es besteht in dieser Zeit aber auch die Möglichkeit ein kleines Arbeitsangebot, z. B. an einem Projekt mit Holz zu arbeiten. Hier sollten die Kinder recht selbständig arbeiten können und lernen.
Die Zeit der freien Spiel- und Arbeitsphase wird mit dem gemeinsamen Aufräumen abgeschlossen. Dann bereiten wir uns aufs Frühstück vor und nehmen dies gemeinsam ein. Daran schließt sich die freie Draußen - Spielphase auf dem Bienenhausgelände an. Der Schulmorgen wird für die Kinder mit einer künstlerischen Arbeit abgerundet. Je nach Wochentag ist dies entweder: Basteln (Förderung der Feinmotorik), das Malen mit Wassermalfarben, Eurythmie, Musik oder Englisch als Fremdsprache. Montags ist unser Wald - Wandertag.
Der tägliche Abschlusskreis gehört mit der Geschichte ebenfalls zu unserem Tagesablauf dazu.
Warum gibt es die Brückenklasse an der FWS in Münster?
Der markante Unterschied zum Kindergarten ist das Lernen/Spielen der Kinder in einer altershomogenen Gruppe. Dadurch ergeben sich unmittelbar neue Lernfelder und Aufgaben.
Durch das Pflegen des täglichen Rhythmus’ bzw. des Wochenrhythmus' legen wir weiterhin gute Gewohnheiten, Konstanz und Verlässlichkeit in der Gruppe, an. Im sozialen Lernen üben wir uns täglich: sei es durch Zuhören, Achtsamkeit, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Auch bieten sich genügend natürliche Anlässe, grob- und feinmotorische Fortschritte zu machen.
Zu den Übprozessen gehört es auch, Arbeitsanweisungen, z. B. bei Projekten, zu befolgen, auszuführen und in überschaubarem Zeitrahmen zu Ende zu bringen. Dies gilt natürlich auch für das Annehmen und Einhalten von Spielregeln.
Welche Projekte gibt es in der Brückenklasse an der FWS Münster?
Es ist unser starkes Anliegen, die Kinder an sinnvollen und lebensnahen Arbeitsabläufen sowie an handwerklichen und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten teilhaben zu lassen. So werden sie unmittelbar in die Prozesse des Lebens mit einbezogen. Neben diesen Tätigkeiten gibt es auch projekthafte Arbeiten.
Unsere projekthaften Tätigkeiten sind z. B. das Arbeiten mit Rohwolle, das Verarbeiten von gewaschener Rohwolle zu kleinen Filzbällen. Natürlich gehört das Erstellen von Fensterbildern im Herbst und Winter, oder das Basteln der Laternen für den Martinsumzug dazu. Auch helfen wir bei der Pflege des Bienenhausgeländes mit. Im November 2009 fiel der erste Spatenstich, um einen eigenen Nutzgarten für die Brückenklasse anzulegen. Im Frühjahr 2010 wollen wir dann mit dem Bepflanzen des Nutzgartens anfangen, sodass wir noch vor Schuljahresende die „ersten Früchte“ unserer Arbeit- für das gemeinsame Frühstück- ernten können.
In der ersten Klasse kommt dann das formale Rechnen-, Schreiben- und Lesenlernen neu hinzu. Durch die vielfältigen Tätigkeiten angeregt, können die Kinder weiterhin geschickt und kräftig, selbstsicher und vor allem wach in ihren Sinnen werden.

