Feldmesspraktikum 2009
Ein neuer, oft überraschender Zugang zu den Fächern kann sich eröffnen, die manch einer bis dahin für graue Theorie gehalten hat.
Zusätzlich werden die Schüler/innen Einblicke in die Geologie der Insel und die Ökologie des Wattenmeeres erhalten.
Das Ziel der Fahrt bzw. des Projekts:
Kurze Tagesberichte
Montag (26.10.)
Abfahrt aus Münster mit Verspätung wegen Lüftungsproblemen im Bus.
Ankunft auf der Insel bei leichtem Nieselregen. Erste Eindrücke vom Ort und vom Strand konnten auf dem Weg zur Jugendherberge gesammelt werden.
Einige mutige Mädchen wagten ein erstes "Nachtschwimmen".
Dienstag (27.10.)
Trockenes Wetter.
Nach einer theoretischen Einführung in den Umgang mit den Theodoliten wurden erste praktische Übungen auf dem Gelände mit gutem Erfolg durchgeführt.
Mittwoch (28.10.)
Nieselregen.
Die Polygon-Methode wurde erarbeitet und das zu vermessende Gelände begangen.
Im Anschluss fertigte jeder Schüler eine Skizze des zu vermessenden Geländes an.
Donnerstag (29.10.)
Bedeckt und Nieselregen.
Heute wurden die zu vermessenden Parzellen den Gruppen zugeteilt. Jede Gruppe fertigte eine Handskizze ihres Areals an und markierte darin die Messpunkte. Anschließend konnten die ersten Messungen durchgeführt werden.
Freitag (30.10.)
Bedeckt und trocken - gegen Abend aufklarend und kalt.
Der gesamte Tag war ausgefüllt mit Messungen im Gelände und den ersten Konstruktionszeichnungen der Geländepunkte. Manche, voreilig ausgewählten Punkte erwiesen sich als echte Herausforderung an die Vermessungskunst der Schüler, neue Geländepunkte mussten deshalb geschickt gewählt werden. Und dann der Schreck beim Zeichnen: die Hausecke ist doch rechtwinkelig - und warum ist das Haus in der Zeichnung schiefwinkelig? Fragen über Fragen und immer wieder ein neues Erwachen in der Realität.
Samstag (31.10.)
Strahlender Sonnenschein und eisiger Ostwind.
Zeichnen und messen und messen und zeichnen ...
Der gleiche Stress wie gestern. Das Höhenprofil wurde fertig gestellt. Es traten leichte Differenzen zum vorhandenen Trigonometrischen Punkt auf.
Sonntag (01.11.)
Bedeckt mit einer steifen Brise aus Ost - gefühlte -2,5°C!
Nach einem ruhigen Frühstück brachte uns der Bus nach Nieblum, einem alten Fischerdorf. Wir erwanderten das Dorf mit seinen alten Friesenhäusern und erkundeten auf dem Friedhof der St. Johanni Kirche die "sprechenden Steine". Sie erzählen vom Leben der Einwohner - oft Kapitäne oder Kommandanten auf Walfangschiffen, deren Ehefrauen und Kindern. In St. Johanni nahmen wir an einem bewegten Gottesdienst teil. Die Gruppe erhielt ein großes Lob durch die Organistin (eine ehemalige Münsteranerin) für ihr interessiertes und konzentriertes Verhalten während dieser Zeit.
Weiter ging es nach Goting. Vorbei an den Hünengrabern und der Thingstätte zum "Goting Kliff". Hier sollte die 9 m hohe Abbruchkante erforscht und vermessen werden. Leider war sie verschwunden. Durch Sandvorspülungen, die dem Küstenschutz dienen, war lediglich eine knapp 1 m hohe Kante zu sehen. Dennoch konnte ein kleiner Einblick in den Aufbau der Geest gewonnen werden. Die dort lagernden großen Findlinge und das reichhaltige Geröll wurden ihrer Herkunft nach Skandinavien zugeordnet.
Der Nachmittag diente dem Aufwärmen.
Montag (02.11.)
Geringe Bewölkung und später strahlender Sonnenschein, gefühlte 20°C.
Beim weiteren Zeichnen der Karten wurden auch heute Ungereimtheiten und Messfehler entdeckt, die durch erneutes Arbeiten im Gelände zumeist korrigiert werden konnten.
Anstelle der Abendrunde wurden die Grundlagen der Entstehung der Nordfriesischen Inseln, deren geologischer Aufbau und die Entstehung von Bernstein erarbeitet.
Dienstag (03.11.)
Diesig und bewölkt. Kalt aber trocken.
Bei den weiteren Versuchen, die gemessenen Werte in ein Kartenbild umzusetzen, ergaben sich teilweise schwierige Situationen, in denen eine gute Frustrationstoleranz gefordert war. Besonders dann, wenn sich Gruppenmitglieder aus dem Arbeitsprozess herauszogen.
Die Fertigstellung der Großkarte ist für morgen angepeilt - mal sehen, ob es klappt.
Mittwoch (4.11.)
Bedeckt und regnerisch - keine Sonne zu sehen und ein eisiger Wind weht.
Die Fertigstellung der Karte ist fast geschafft und einige fleißige Hände müssen die restlichen Arbeiten (das Erstellen der Legende und das Kolorieren) noch übernehmen. Die Arbeitsberichte müssen fertig gestellt werden und auch der Aufsatz zur Ökologie des Wattenmeeres nimmt viel Zeit in Anspruch.
Alle sind in einem guten Arbeitsprozess. Mit der "Nachtschicht" ist fast alles geschafft.
Donnerstag (05.11.)
Diesig und kalt, aber trocken.
Es ist geschafft! Nach ein paar kleinen Ergänzungen heute morgen sind die Karten fertig geworden. Ein schöner Erfolg!
Zu besichtigen waren die Originale schon am TAG DER OFFENEN TÜR im Biologieraum. Momentan sind sie im Foyer ausgestellt.
Freitag (06.11.)
Rückreisetag
Ökosystem Watt in der Krautdose
Unser Standort auf Föhr bot Gelegenheit, sich in den Pausen vielfältig zu beschäftigen.
Die Nähe zum Strand forderte zum Forschen auf. In einer Dose, die die Küche der JH bereit stellte, wurde ein kleines Ökosystem angelegt. Miesmuscheln hielten mit ihren Byssusfäden einige Herzmuscheln zusammen. Die Tätigkeit der Filtrierer ließ sich gut beobachten.










