Schulinternes Konzept für Klassenfahrten und Praktika
Transparenz
Im Oktober 2007 ist im Rat der Schule ein Konzept verabschiedet worden, das von dem pädagogischen Gedanken geleitet ist, dass sich der Schwerpunkt der außerschulischen Aktivitäten von Klassenauflügen und - fahrten in der Unter- und Mittelstufe zu den verschiedenen Praktika der Oberstufe verlagert.
Zu Beginn der Schulzeit eines Schülers wird den Eltern dieses Konzept vorgestellt und seine finanziellen Erfordernisse sollen durchsichtig gemacht werden.
WELT- UND SELBSTWAHRNEHMUNG
Unterricht - Klassenfahrten - Praktika
"Sie [die Schüler] müssen etwas haben, was sie ganz in Anspruch nimmt, dann gelingt wirklich ein Stück weit die Behausung der Kinder in die Welt, weil sie diese dann aus eigener Kraft wollen."(Rudolf Steiner)
3./4. Klasse
- Ur-Berufe
- Ackerbau
- Hausbau
- Handwerker
Menschen- Tier-, Pflanzen- und Heimatkunde
Ausflüge in die Umgebung
Beginn der Mittelstufe
Geschichte, Geographie, Handwerk, Gartenbau
Orientierung, Standort finden:
Himmels- und Gesteinskunde, Physik, Chemie
5./6. Klasse
Klassenfahrten:
Landschaft, Meer, Berge, geschichtsträchtige Städte, Unterrichtsbezug
7. Klasse
Rückzug - Vereinsamung - neue Anbindung an die Welt - Selbst-/fremdwahrnehmung - Ichsuche - Weltinteresse:
Phänomene, Gesetzmäßigkeiten, Ursache und Wirkung, Exatheit im Beobachten und Denken üben
Klassenfahrten mit Herausforderungscharakter (zu Fuß, mit dem Rad, Kanu, Segelboot usw.) unter dem Motto: "Der Weg ist das Ziel"
8. Klasse (Abschluss der Klassenlehrerzeit)
Halbjahresarbeit, Klassenspiel
Beginn der Oberstufe
Sachbezogene Autorität der Fächer; Suche nach neuen Herausforderungen:
- intensive seelische Dynamik,
- Spüren persönlicher Grenzen,
- Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und Schwächen,
- Selbstwahrnehmung,
- Entwicklen von Lebenstüchtigkeit,
- Realitätssinn und sozialer Sensiblität:
- gegenüber Spaßgesellschaft,
- "Abhängen" als Freizeitinhalt,
- Anstrenungsarmut
- Suchtprophylaxe
9. Klasse
1. Forstwirtschaftspraktikum (10 - 14 Tage im Herbst)
mit explizitem Arbeitscharakter
Schwerpunkt: ganztägige Arbeit, Erfahrungen machen , Gesetze, enorme Kräfte, die bewältigt werden müssen, verlässliche Zusammenarbeit, Erfahrung sinnvoller Tätigkeit für ein Gemeinwesen
2. Landwirtschaftspraktikum (3 Wochen im Frühjahr)
Auflösung des Klassenzusammenhanges, stärkere Individualisierung: allein oder zu zweit auf einem Biohof
sinnvolle Auswahl geeigneter Arbeitsstätten durch den Praktikumsbetreuer
10. Klasse
1. Vermessungspraktikum (2 Wochen im Herbst)
gab es bisher an unterschiedlichen Orten, muss aufgrund von Personalwechsel neu gegriffen werden
2. Betriebspraktikum (3 Wochen nach den Osterferien)
Kennenlernen des Berufsalltages, von Betriebsabläufen, Arbeitshaltung u.a.
eigene Wahl des Betriebes nach Beratung
11. Klasse
Sozialpraktikum (4 Wochen vor den Osterferien)
Reifestand erlaubt Blick auf persönliche und intime menschliche Verhältnisse innerhalb der Gesellschaft
eigene Wahl der sozialen Einrichtung, oft auch im Ausland, vielfach verlängerbar
12. Klasse
Jahresarbeit, Schauspiel, Künstlerischer Abschluss und
Abschlussfahrt in den russischsprachigen Raum
(bisher: Kiew, Krim, Moskau, Rjasan, St. Petersbug usw. als Ziele)
Finanzierung
Im Rat, im Vorstand, in der Elternkonferenz und im Kollegium soll im Weiteren nun darüber beraten werden, wie eine für alle Familien tragbare Planung zur Finanzierung von Klassenfahrten und Praktika aussehen kann.
Ein erster Vorschlag ist, von Beginn der ersten Klasse an einen monatlichen Sparbetrag zu sammeln, der nach 8 bzw. 12 Jahren einen erheblichen Umfang erreichen kann (z.B ergeben 10 € pro Monat innerhalb von 12 Jahren 1400 €). Damit ließen sich die aufgeführten Fahrten und Praktika zu einem überwiegenden Teil finanzieren.
Teilgeberschaft
Jedes Kind soll nach dem Bekunden des Rates und des Schulvorstandes in den Genuss dieses Konzeptes kommen - insofern ist die Schulgemeinschaft über die Klassenselternschaft hinaus gesamtheitlich verantwortlich.
Wir suchen deshalb nach Wegen, wie ein Fonds geschaffen werden kann, aus dem in schwierigen Fällen eine finanzielle Unterstützung erfolgen kann.
Ihr Engagement zur Unterstützung dieses Vorhabens, weitere Ideen und Vorschläge sind sehr willkommen.
Für das Kollegium: Rembert Schulte und eugen Schilling




