Träume von Günter Eich
Das Hörspiel
Das episodenhafte Hörstück Träume verbindet fünf Alpträume miteinander. Es ist ein Hörspiel des Lyrikers uns Hörspielautors Günter Eich (1907 -1972), das am 19. April 1951 vom Nordwestdeutschen Rundfunk urgesendet wurde.
Während und nach der Ausstrahlung kam es zu massiven Hörerprotesten gegen das Stück.
Dabei war es der Wunsch des Autors gewesen: "Wenn es mir gelänge, den Hörer aus seiner Sofaecke aufzuschrecken, so wäre mein Ziel erreicht. Insoweit würde ich auch Proteste begrüßen, eben als ein Zeichen der Beunruhigung."
Spontane Anrufe und Reaktionen zur damaligen Sendung
Sagen’se mal, was für’n Mist verzapfen Sie heute Abend schon wieder im Rundfunk? Das ist zum Kotzen! Hängen Sie sich Ihre ganzen Hörspiele an’n Nagel, wissen Sie, schweinemäßig ist das!
Das ist ja der Gipfel der Frechheit, abends im Radio solche Dinge zu bringen. .. Ich werde morgen mal versuchen, ob der Rundfunk nicht was anderes bringen kann, dass man abends sich mal freut, wenn man nach des Tages Last und Hitze sich an'n Radioapparat setzt. [...]
Das grenzt ja an Wahnsinn, so was! In der heutigen schweren Zeit, wo jeder zu kämpfen hat, bringen Sie was, dass es einem hochkommt geradezu. Ekel erregend ist das ja [...]
[...] Kann man den Mann nicht einsperren? [...] Das ist ja trostlos. Die Zeiten sind so, dass die Bevölkerung ja eigentlich nervös genug ist. Dass man so einen Blödsinn bringt! [...] ich kann Ihnen sagen, wir werden entsprechende Schritte unternehmen bei den Zeitungen, dass so ein Kram vorher zensiert wird.
Es ist ja nicht zu glauben, was Sie dem Publikum bieten! [...]
Sie machen den Leuten ja erst Angst mit solchen Sachen, lassen sie sie doch zufrieden damit! Sie sollen uns abends erheitern! [...]
In der heutigen Zeit, wo ja alles schon so schwer ist, auch noch diese schweren Träume. Wenn der Verfasser nun zum mindesten doch etwas leichtere Träume gebracht hätte! [...] Ich weiß, was der Dichter sagen will, aber man will doch mal etwas Hübscheres. [...]
Die Träume reißen das Grauen auf, über dem wir alle leben, wir, die wir an allem Lebendigem in immer rasenderer Geschwindigkeit vorbeifahren. [...]
Wir hören hier nicht einen privaten Traum, sondern wohl den Angsttraum, den die ganze Menschheit träumt und den wir alle träumen. [...]
Vielleicht wünschten wir doch, dass es unseren Dichtern gegeben würde, uns einen guten Weg durch das Gestrüpp unserer Angstträume zu zeigen, damit im Dunkel unserer Zeit und unserer eigenen Herzen ein Licht aufgehen könnte. [...]
Sprecher/innen
Erik Beck
Florian Bothe
Joanna Driver
Mirjam Groll
Marie Löffler-Brecklinghaus
Saskia Sommer
Mathis Völkert
Technik
Jona Poggel und Julian Kulemann (10. Klasse)
Musik:
- Louis Armstrong,
- Glenn Miller,
- Maurice Ravel
- und Fabio Vacchi
Die Zwölftklässler danken Julian für die Bereitstellung der Tontechnik.








