Buchtipps für neue Eltern
Erziehung zur Freiheit
Erziehung zur Freiheit ist die weithin bekannte, grundlegende Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners; sie wurde in siebzehn Sprachen übersetzt und hat weltweite Verbreitung gefunden. Die Erziehung zur Freiheit ist nach wie vor eine der gefragtesten und bekanntesten Einführungen in die Praxis und die Erziehungsideen der Waldorfpädagogik.
In einer überzeugenden Verbindung von Text und Bild stellt das reich ausgestattete Buch diese weltweite Schulbewegung vor, die als Alternative zum staatlichen Schulwesen nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt hat. Sehr anschaulich und ausführlich stellt Frans Carlgren die Grundzüge dieser Pädagogik von der ersten bis zur zwölften Klasse vor. Er beschreibt die Besonderheiten des Epochenunterrichts, das Gleichgewicht von intellektuellen, künstlerischen und handwerklich-praktischen Fächern und das erzieherische Anliegen der Waldorfpädagogik.
So erhält der Leser ein genaues Bild von der Pädagogik Rudolf Steiners, das durch zahlreiche Abbildungen von Schülerarbeiten aus allen Klassenstufen ergänzt wird.
Die Waldorfpädagogik
Die Darstellung von Johannes Kiersch ist eine fundierte Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners und ihre Grundlagen.
Der Autor gibt aktuelle Informationen zum gegenwärtigen Stand der Waldorfschulbewegung und stellt übersichtlich die wesentlichen Elemente der Waldorfpädagogik dar. Er schildert ihr zentrales Anliegen und vermittelt einen Einblick in die ihr zugrunde liegenden anthroposophischen Ideen. Darüber hinaus geht er auf Fragen der Schulorganisation, der Lehrerbildung sowie der Stellung der Waldorfpädagogik im öffentlichen Schulwesen ein.
Eine kompetente, einführende Darstellung der wichtigsten Elemente der Waldorfpädagogik. Klar und anschaulich werden Intentionen und Grundlagen der Waldorfschulen beschrieben. Ein ausführliches kommentierendes Literaturverzeichnis gibt dem Leser außerdem wertvolle Lektürehinweise zur Vertiefung einzelner Gesichtspunkte.
Lernen Kinder mit dem Kopf?
«Probieren geht über studieren», sagt man gemeinhin, ohne sich die tiefere Bedeutung des Sprichworts klarzumachen: dass der Weg des menschlichen Lernens grundsätzlich über das Tun und Erleben zum Verstehen führt. Kinder gehen von sich aus immer den Weg des Probierens und lernen dadurch leichter. Manuelle Fähigkeiten verwandeln sich im Laufe der kindlichen Entwicklung in entsprechende Begabungen und Möglichkeiten auf intellektuellem Gebiet.
Die Waldorfschule bemüht sich, den ganzen Menschen zu bilden und ihm verschiedenste Fähigkeiten – auf kognitivem, künstlerischem und praktischem Gebiet – zu vermitteln. Neben den eigentlichen Lernfächern, die vor allem intellektuelle Fähigkeiten schulen, wird auch auf den musischen und den handwerklichen Unterricht großer Wert gelegt, denn intellektuelle und praktische Komponenten bedingen einander, wie Bruno Sandkühler einleuchtend, unter Einbeziehung moderner psychologischer Forschungen, darstellt.
An einzelnen Beispielen aus dem Lehrplan der Waldorfschulen zeigt er interessante Entwicklungslinien auf. Handwerklich-künstlerischer Unterricht ist also neben den «eigentlich wichtigen» intellektuellen Fächern kein zusätzlicher «Luxus», wie viele Eltern oft meinen, sondern eine sinnvolle und notwendige Ergänzung.
Die Kinderkonferenz
Die Autorinnen stellen eine eigenständig entwickelte Methode vor, wie man sich Kindern in ihren Entwicklungsschwierigkeiten nähern kann. Ein Übungsbuch für alle Pädagogen und Heilpädagogen.
Die sogenannte Kinderkonferenz wird in pädagogischen und heilpädagogischen anthroposophischen Einrichtungen seit vielen Jahrzehnten gepflegt. In ihr widmet sich das Kollegium der Betrachtung eines einzelnen Kindes, seines Entwicklungsstandes und seiner möglichen Schwierigkeiten, um es besser verstehen zu können und therapeutische Maßnahmen zu finden. Eine solche Besprechung ist stets von einer positiven Grundeinstellung und einem Bemühen um vorurteilsfreies Vorgehen bestimmt; die Beteiligten versuchen, so viel vom Wesen eines Kindes zu verstehen, dass ein gemeinsames Bild entsteht und sich daraus ergibt, wie man das Kind zusätzlich fördern kann.
Ingrid Ruhrmann und Bettina Henke haben für diese anspruchsvolle Aufgabe – speziell im Bereich der Heilpädagogik – vertiefende Wahrnehmungsübungen und methodische Hilfen entwickelt. Ihre detailliert ausgearbeiteten Übungen schulen die eigene Wahrnehmungsfähigkeit und das Vermögen, sich in das Kind und seine besondere Situation einzufühlen.
Die Darstellung ist für jeden Pädagogen oder Heilpädagogen eine wichtige Grundlage seiner Arbeit – für das Einzelstudium oder für die Fortbildung in Gruppen.


