Die Einweihung des neuen Schulhauses

Gut zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich am 01.März 1991,
22 Monate nach der Grundsteinlegung am 13. Mai 1991,
12 Monate nach dem Richtfest am 13. März 1992
und 8 Monate nach dem Umzug am 13. Juli 1992
wurde das Schulhaus am 13. März 1993 offziell eingeweiht.

Der Auftakt

Stefan Leber eröffnete am Freitagabend, dem 12.03., im Saal, den die Bühnentechniker erst eine Stunde vorher verlassen hatten, die Festwoche mit seinem Vortrag über „Die Bildung moralischer Kräfte durch die Pädagogik", in dem der Redner eindringlich die Verantwortung der Erzieher angesichts zunehmender und überall beklagter Gewalt darstellte.
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Der Festakt

Am Samstag, dem 13.03.1993, wurde das neue Schulhaus der Waldorfschule eingeweiht. Um 10 Uhr begann im bis auf den letzten Platz besetzten Saal ein Festakt mit Schülern, Lehrern, Eltern und einer ganzen Anzahl von Vertretern des öffentlichen Lebens.
Orchester und ChorGroßbildansicht
Zur Eröffnung erklang, das „Gloria" von Vivaldi, das Frau Rüther mit einem eigens hierfür zusammengestellten Orchester und - nach Herrn Moselers Erkrankung - auch mit dem durch die Schüler/innen der 7. Klasse verstärkten Oberstufenchor einstudiert hatte.

Die vielen, sehr herzlichen und oft auch wirklich originellen Grußworte stellten die auf der Bühne allen Blicken ausgesetzte Schülerschaft - und natürlich auch deren Lehrer - auf eine harte Probe, denn sie sahen die zahlreichen Redner nur von hinten, ohne etwas verstehen zu können.

In seiner Ansprache lobte Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz,  das ästhetisch gelungene Bauwerk. Die Einheit von Schönheit und Erziehung sei eine deutliche und gute Botschaft dieses Hauses, für dass man dem Architekten zu danken habe. Die Waldorfschulen seien ein Zeichen für die Absage an Konformismus und Orthodoxie. Dieses Projekt solleeEin Ansporn für andere  sein, da es zeige, dass die Waldorfschulen ein nicht mehr wegzudenkender Faktor in der Schullandschaft seien.

Auch Oberbürgermeister Dr. Jörg Twenhöven richtete seinen Glückwunsch an Schüler, Eltern und Lehrer. Er bedankte sich jedoch auch im Namen der Stadt Münster für den Neubau dieser Schule und bezeichnete den Zuschuss der Stadt in Höhe von fünf Millionen DM als sinnvolle Investition auf dem Weg zu einer vielfältigen Schullandschaft. 

Christoph Knierim, der Architekt des ca. 17 Millionen DM teuren Gebäudekomplexes, erläuterte, er habe einen Stil für die Jugend realisieren wollen. Die Gestensprache eines Hauses dürfe nicht für sich stehen, sondern müsse vor allem auch der Kontaktaufnahme mit der Außenwelt dienen.

Schüler als HandwerkerGroßbildansicht

Im Anschluss inszenierten entsprechend verkleidete Drittklässler mit von ihrer Klassenlehrer Frau Schottmann selbst gemachten Versen die Entstehung ihrer neuen Schule und dankten allen am Bau Beteiligten.

Die anschließenden Redner/innen, Almuth Harnest vom Vorstand des Fördervereins, Prof. Dr. Becker-Carus vom Vorstand der Schule, Stefan Leber vom Bund der Freien Waldorfschulen und Hans Wolfgang Masukowitz von der Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in NRW, zeigten sich allesamt angetan von dem Neubau und hofften auf dessen positive Ausstrahlung.

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Mit dem Hausspruch von Rudolf Steiner sprach der Lehrerchor seine Wünsche für das neue Schulhaus aus.

In diesem Hause lebe Seele.
Sie durchdringe der Geist,
Der suche im Grunde
Den festen Willen,
Dass ihm werde
Der fromme Sinn
In allen Räumen des Baues,
Und dass von oben
Sich einen kann
Des Geistes Segen
Und Gottes Gnade
In allen, die drinnen leben.
 

Die Schlüsselübergabe

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Im Anschluss an den Festakt wurde Gelegenheit gegeben, das Schul- und Kindergartengebäude sowie die weiträumigen Außenanlagen samt Garten und die Werkstatt zu besichtigen. Lehrer beantworteten die aufkommenden Fragen zur Waldorfpädagogik. 

Öffentliche Monatsfeier

Am Nachmittag wurden die zur Monatsfeier geladenen Kinder und Gäste noch einmal empfangen.
Vor dem wiederum  vollbesetzten Saal zog nun ein Reigen von Darbietungen aus allen Klassen und vielen Unterrichtsfächern vorüber.

Weitere Höhepunkte der Festwoche

Mit jedem weiteren Tage der Festwoche lebte man sich mehr in den Saal ein, belebte und beseelte dieser sich. Dazu trug sicher auch die Eurythmie-Aufführung des Eurythmeums Stuttgart am Sonntagabend bei, welche die etwa 600 Zuschauer - von denen viele zum ersten Mal eine solche Darbietung sahen - faszinierte und begeisterte.
NöggeGroßbildansicht
Am Montag präsentierte der bisweilen als "Waldorfkasper" titulierte Clown Frieder Nögge sein mit Über- und Schwermut, Leicht- und Tiefsinn gespicktes Programm, in dem er den Zuschauern einen temperamentvollen Spiegel vorhielt.
ProgrammheftGroßbildansicht

Auch an den folgenden Tagen konnte man erleben, welch vielfältige Möglichkeiten der Saal bietet.

Goldonis „Lügner", das Schauspiel der 8. Klasse, entführte die Zuschauer in ein die ganze Bühne ausfüllendes Venedig und amüsierte sie und sich mit seinen immer halsbrecherischer und dreister werdenden „geistreichen Erfindungen".

 

Vor geschlossenem Vorhang unten auf dem Parkett erklang am nächsten Abend das meisterhafte Spiel des Ensembles Badinerie, teilweise von Solotanz nach barocken Choreographien begleitet.

FolkloregruppeGroßbildansicht
Wer auch am Donnerstagabend noch Kraft und Zeit hatte, konnte bewundern, mit wieviel Schwung und Begeisterung der Elternchor sein anspruchsvolles Programm darbot. Anschließend bezauberten die Kinder der Folkloregruppe aus Jalta mit ihrem Charme und ihrer Bewegungsfreude alle Zuschauer.
JeanneGroßbildansicht

Die letzte große Verwandlung erfuhr der Saal an den folgenden drei Abenden beim Klassenspiel der 12. Klasse: Jeanne oder die Lerche von Jean Anouilh.

Die verwandelnde Kraft künstlerischen Tuns und Gestaltens, von der auch Dr.Werner Rauer in seinem Vortrag über

Die Bedeutung des Künstlerischen in der Waldorfpädagogik 

am Samstag sprach, konnte also mehr als eine Woche lang erlebt und erfahren werden.