Kurze Geschichte der Freien Waldorfschule in Münster

Die meisten Schüler, Lehrer, Eltern und Besucher, die heute das Schulgebäude in Gievenbeck betreten, wissen nicht, welch ein langer Weg es gewesen ist, bis aus einem Impuls eine Schule mit mehr als 450 Schüler/innen geworden ist.
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Die Keimzelle in Gievenbeck

Im Frühjahr 1977 konnten interessierte Eltern, Förderer und Pädagogen nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung am damaligen Toppheideweg (heute: Gescherweg), also nicht weit vom heutigen Schulstandort entfernt, den Waldorfkindergarten in Münster eröffnen. 

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Die Schule am Laerer Landweg

Der Wunsch der Eltern, ihren Kindern die im Sinne der Pädagogik von Rudolf Steiner begonnene Erziehung auch weiterhin zu ermöglichen, führte dann 1983 zur Eröffnung der Freien Waldorfschule in Münster.

Am 22. August hielten die Schüler/innen von fünf Klassen (1 bis 5) Einzug in das Gebäude  der von der Stadt Münster zur Verfügung gestellten, ehemaligen August-Hermann-Francke-Schule am Laerer Landweg.

In den Räumlichkeiten der zunächst jedes Schuljahr um eine Klasse wachsenden Schule herrschte immer mehr drangvolle Enge, sodass nach der Aufstellung von Pavillons im Garten auch noch Räume in der benachbarten Margaretenschule genutzt werden mussten.

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Die Suche nach einem geeigneten Gebäude oder Grundstück

Schon sehr bald stellte sich heraus, dass der provisorische Schulstandort am Laerer Landweg nicht in ausreichendem Maße erweiterungsfähig war. Allerdings verlief die umfangreiche Suche nach geeigneten Ausweichgebäuden erfolglos.

Nach vielen Gesprächen mit dem Planungsamt der Stadt Münster konnte dann ein geeigneter Standort für einen Schulneubau gefunden werden.

Aus der Elternschaft formierten sich daraufhin Arbeitskreise, die mit eini­gen Lehrern den finanziellen und baulichen Bedarf für einen Schulneubau ermittelten und formulierten.

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Die Planungsphase

Durch den 1987 per Erbbaurechtsvertrag mit dem Münsterschen Studienfonds vollzogenen Erwerb des Geländes in Gievenbeck wurde die Voraussetzung für die weiteren konkreten Planungsschritte geschaffen. Unter der fachlichen Leitung einer Projektgesellschaft aus Bochum wurden die Ergebnisse der Arbeitskreise zum Raumprogramm und zum Finanzierungsplan ausgearbeitet. Nach der erfolgreichen Suche wurden die Architekten Knierim & Pentzek aus Stuttgart beauftragt, das Gebäude für eine einzügige Waldorfschule zu entwerfen.

Die Lösung der Finanzierungsprobleme

Allerdings gab es während dieser Planungszeit in zunehmendem Maße Unsicherheiten in Bezug auf die Kosten. Immer wieder stellte sich heraus, dass die Finanzierungsmöglichkeiten und die Baukosten - wegen der ständig steigenden Baupreise und der Zinsen für das Darlehn - immer mehr auseinanderklafften.

Alle Versuche, trotz der zunehmenden Finanzierungslücke doch irgendwie mit dem Bau des Schulgebäudes beginnen zu können, mussten immer wieder verworfen werden.

In dieser fast aussichtslosen Lage wurde der Versuch gestartet, mit einem Bürgerantrag an den Rat der Stadt Münster einen Zuschuss zur Deckung der Kostenlücke zu erbitten. Diesem Antrag wurde im November 1990 stattgegeben.

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Die Bauphase

So konnte nach dreijähriger Planungsdauer im Februar 1991 endlich mit dem Bau der Schule begonnen werden.

Nach dem ersten Spatenstich vom 1. März folgte am 13.Mai die feierliche Grundsteinlegung: An der Stelle, wo jetzt alle über die Schwelle in das Foyer treten , liegt der Grundstein, ein kupfernes Pentagondodekaeder, also ein Körper, der aus 12 Flächen besteht, deren jede ein regelmäßiges Fünfeck ist.

Das nächste Fest, das Richtfest, konnte bereits am 13. März 1992 gefeiert werden. Da der Umzug in das neue Schulgebäude schon am Ende des Schuljahres durchgeführt werden konnte, fand der erste Schultag am 13. Juli in den neuen Räumlichkeiten statt, die im neuen Schuljahr endlich auch Raum bot für die Abiturienten.

Die feierliche Einweihung

Auch wenn manche Räume noch nicht vollständig lasiert oder eingerichtet waren, fand genau ein Jahr nach dem Richtfest, am 13. März 1993, die öffentliche Einweihung mit Festakt und umfangreichem Zusatzprogramm statt.