Theater im Klassenzimmer

Eindrücke, die dieses Stück hinterließ:

Vor den Osterferien 2010 wurde das Ein-Mann-Stück „Klamms Krieg“, gespielt von Frank-Peter Dettmann, für die Schüler der Klassen 12 und 13 aufgeführt.

Ganz still waren die Schüler, die automatisch zu stummen Mitspielern wurden,  als Frank -Peter Dettmann den Klassenraum als „Lehrer Klamm“ betrat, und auch, als er ihn verließ. Eine Situation, von der so mancher Lehrer vielleicht nur zu träumen vermag. Nicht aber von der Situation, in der sich der Deutschlehrer „Klamm“ befindet: Sascha hat sich das Leben genommen, nachdem er von „Klamm“ den zum Bestehen des  Abiturs benötigten  Punkt nicht bekommen hat und somit durchgefallen ist.

Nun machen seine Schüler ihn für den Selbstmord verantwortlich. Sie erklären ihrem Lehrer schriftlich und öffentlich den Krieg, indem sie seinen Unterricht verweigern und eine Entschuldigung von „Klamm“ verlangen. „Klamm“ nimmt den Krieg auf. Er macht den Schülern entgegenkommende Angebote, versucht es mit Bestechungen und Drohungen. Immer wieder versucht er die Klasse zurückzugewinnen; vergeblich. Auch wenn er sich die Schuld nicht eingestehen will, fühlt er sich verantwortlich. Getrieben von seinen pädagogischen Idealen verrennt er sich immer mehr und muss schließlich einsehen, dass er gegen die Schüler und gegen sich nur verlieren kann. „Klamm“ ist ein Lehrer, der sich die Schule zur Lebensaufgabe gemacht hat und deshalb an ihr zugrunde geht.

Das Stück endet damit, dass „Klamm“ nach seiner Entlassung den Klassenraum mit einer Pistole verlässt. Was danach passiert, bleibt offen.

Während die Beantwortung der Schuldfrage nur der Ausgangspunkt des Stückes ist, geht es eigentlich um viel mehr: Es geht um die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Um die Abhängigkeit beider voneinander. Um das System Schule. Was bedeutet heute Schülersein und was bedeutet Lehrersein? Es geht um die Rechtfertigung einer pädagogischen Einstellung, aber gleichzeitig auch um die Erkenntnis der pädagogischen Unfähigkeit.

Das Stück hat zum Nachdenken veranlasst. Wegen seiner Aktualität und eines exzellenten Schauspielers!

Vielen Dank dafür!

Mirjam Groll (Klasse 12)

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Fotos von Till Sudkamp (Klasse 12)